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Kelly-Kriterium-Rechner für Trader — Full, Half & Quarter Kelly

Gib deine Win-Rate und Payoff-Ratio ein — du bekommst Kelly-Anteil, Erwartungswert pro Trade und Break-even-Win-Rate und siehst, wie empfindlich das Ganze auf deine Win-Rate-Schätzung reagiert. Sofort, ohne Login.

Dein Edge
Kelly-Anteil
Half Kelly ist der gängige Praxis-Standard — siehe „Warum Half Kelly?“ unten.
Edge vs. Break-even
Win-Rate minus Break-even-Win-Rate
Full Kelly f*
W − (1 − W) ÷ R
Erwartungswert pro Trade
in R: W × R − (1 − W)
Break-even-Win-Rate
1 ÷ (1 + R)

Kelly ist nur so gut wie deine Zahlen

Win-Rate und Payoff-Ratio sollten aus deinen echten Trades kommen, nicht aus dem Gedächtnis. Die ReziFX Chrome-Extension übernimmt geplante Trades aus dem TradingView-Positionstool direkt in ein Trading-Journal — und der eingebaute Kelly-Rechner der App (einer von fünf, mit gespeicherten Szenarien) rechnet mit deinen tatsächlichen Statistiken.

Win-Rate-Sensitivität

Kelly reagiert heftig auf kleine Fehler in deiner Win-Rate-Schätzung. Das ist dein Eingabewert ±10 Prozentpunkte bei der aktuellen Payoff-Ratio.

Win-RateFull KellyHalf KellyQuarter Kelly

Die Formel, erklärt

Kelly-Anteil f* = W − (1 − W) ÷ R, wobei W deine Win-Rate als Dezimalzahl ist und R deine Payoff-Ratio (durchschnittlicher Gewinn ÷ durchschnittlicher Verlust). Beispiel: W = 0.60 und R = 2.0 ergibt f* = 0.60 − 0.40 ÷ 2 = 0.40 — Full Kelly heißt: Riskiere 40% des Kapitals, Half Kelly 20%, Quarter Kelly 10%. Ist f* negativ, hat das System keinen Edge: Die Break-even-Win-Rate liegt bei 1 ÷ (1 + R), darunter ist die wachstumsoptimale Positionsgröße null.

Warum Half Kelly?

Full Kelly maximiert das erwartete logarithmische Wachstum — auf dem Papier. In der Praxis erzeugt es brutale Drawdowns (wer Full Kelly setzt, verbringt ein Drittel der Zeit unter der Hälfte des Equity-Hochs) und bestraft Schätzfehler asymmetrisch: Wer mehr setzt als den wahren Kelly-Anteil, senkt das Wachstum und kann es sogar negativ machen. Half Kelly behält rund 75% der Wachstumsrate bei etwa halber Varianz, und genau deshalb ist es der praktische Standard-Kompromiss und hier die Voreinstellung.

Die Sensitivitätstabelle oben macht das Schätzproblem konkret: Verschiebe deine Win-Rate um ein paar Prozentpunkte — völlig normales Stichprobenrauschen bei einem Trading-Journal mit 50–100 Trades — und die „optimale“ Positionsgröße kann sich dramatisch bewegen. Behandle Kelly als Obergrenze und Diagnose-Werkzeug, nicht als Zielwert.

Häufige Fragen

Was ist das Kelly-Kriterium?
Das Kelly-Kriterium ist eine Formel für den Anteil des Kapitals pro Einsatz, der das langfristige logarithmische Wachstum maximiert: f* = W − (1 − W) ÷ R, wobei W die Win-Rate ist und R die Payoff-Ratio (durchschnittlicher Gewinn ÷ durchschnittlicher Verlust). Beispiel: 60% Win-Rate und R = 2 ergibt f* = 0.60 − 0.40 ÷ 2 = 0.40, also 40% Full Kelly und 20% Half Kelly.
Warum ist mein Kelly-Prozentsatz negativ?
Ein negatives f* bedeutet: Die Kombination aus Win-Rate und Payoff-Ratio hat einen negativen Erwartungswert — im Schnitt verliert jeder Trade Geld, die wachstumsoptimale Positionsgröße ist also null. Mathematisch passiert das immer dann, wenn deine Win-Rate unter der Break-even-Win-Rate 1 ÷ (1 + R) liegt. Beispiel: Bei R = 1 brauchst du mehr als 50% Gewinner; bei 40% Win-Rate ist f* = 0.40 − 0.60 = −0.20.
Sollte ich Full Kelly oder Half Kelly nutzen?
Full Kelly maximiert das erwartete logarithmische Wachstum, erzeugt aber heftige Equity-Schwankungen und bestraft Schätzfehler hart — wer mehr setzt als den wahren Kelly-Anteil, senkt das Wachstum sogar. Half Kelly behält rund 75% der Wachstumsrate bei etwa halber Varianz und ist deshalb der gängige Praxis-Standard. Quarter Kelly ist noch konservativer. Dieser Rechner nutzt darum standardmäßig Half Kelly.
Kann ich das Kelly-Kriterium fürs Trading nutzen?
Mit Vorsicht. Kelly setzt voraus, dass du deine wahre Win-Rate und Payoff-Ratio kennst — im Trading sind beide aber Schätzungen aus einer begrenzten Stichprobe, und sie verschieben sich, wenn sich die Märkte ändern. Schon kleine Schätzfehler können dazu führen, dass du mit einem scheinbar positiven Edge zu viel riskierst. Deshalb nutzen Praktiker, die überhaupt mit Kelly arbeiten, meist nur einen Bruchteil davon (Half oder Quarter) und berechnen ihn aus einem aktuellen Trading-Journal neu — nicht aus einer Handvoll der letzten Trades.

Lern-Tool. Keine Anlageberatung — Trading birgt ein erhebliches Verlustrisiko.

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