Was lässt sich aus TradingView überhaupt exportieren?
Wer nach „TradingView Trades dokumentieren“ sucht, landet meist bei englischsprachigen Ergebnissen oder bei den TradingView-Hilfeseiten selbst. Kein Wunder: TradingView ist ein Charting-Tool, kein Tagebuch. Was du bekommst, ist ein Screenshot-Link über das Kamera-Symbol, ein öffentlicher Ideen-Post, oder – wenn du dein Broker-Konto angebunden hast – eine Order-Historie mit ausgeführten Fills.
Was du nicht bekommst: eine Tabelle mit Entry, Stop-Loss, Take-Profit, geplantem Chance-Risiko-Verhältnis, Positionsgröße und Ergebnis pro Setup. TradingView zeigt dir, wie der Chart im Moment X aussah. Es sagt dir nicht, ob dein 1:2,5-CRV-Setup in der Londoner Session besser läuft als in der US-Session. Dafür brauchst du strukturierte Daten, keine Bilder.
Warum reicht ein Screenshot allein nicht als Tagebuch?
Ein Screenshot ist ein Foto. Ein Tagebuch ist eine Datenbank. Der Unterschied klingt banal, entscheidet aber darüber, ob du am Monatsende eine echte Auswertung hast oder einen Ordner voller Bilder, durch die du dich durchklicken musst.
Nimm ein konkretes Beispiel: Long auf EUR/USD, Entry bei 1,0850, Stop bei 1,0800, Ziel bei 1,0975. Das Risiko beträgt 50 Pips, die Chance 125 Pips – ein CRV von 1:2,5. Nur mit diesen Zahlen als Datensatz kannst du später fragen: Wie oft treffe ich CRV-1:2,5-Setups überhaupt? Wie sieht mein Erwartungswert über 40 solcher Trades aus? Ein Screenshot beantwortet das nicht. Ein Datensatz schon.
Genau deshalb tippen viele Trader ihre Trades manuell in eine Excel-Tabelle ab – Symbol, Entry, Stop, Ziel, Ergebnis, Notiz. Das funktioniert, kostet aber Zeit bei jedem einzelnen Trade, und genau die Trades, die am hektischsten liefen, werden am Ende oft gar nicht erst eingetragen.
Wie dokumentierst du einen TradingView-Trade ohne Abtippen?
ReziFX setzt genau an dem Punkt an, an dem du sowieso schon bist: am Chart, während du das Setup planst. Kein zusätzliches Fenster, kein Formular, keine Kontoverknüpfung mit deinem Broker. Der Ablauf sieht so aus:
- Du zeichnest dein Long- oder Short-Position-Tool wie gewohnt auf tradingview.com.
- In der ReziFX-Leiste klickst du Won, Lost, Open oder Skip – je nachdem, was mit dem Setup passiert.
- Entry, Stop-Loss, Take-Profit, CRV und Positionsgröße werden aus dem gezeichneten Tool übernommen, zusammen mit einem Chart-Screenshot.
- Der komplette Datensatz landet im Tagebuch auf app.rezifx.com – ohne dass du eine einzige Zahl selbst eintippst.
Wichtig dabei: Erfasst wird der Trade, wenn er geplant ist – also sobald das Position-Tool auf dem Chart steht. Nicht erst, wenn eine Order beim Broker ausgeführt wurde. Damit landet auch der Trade im Tagebuch, den du am Ende geskippt hast, weil das Setup doch nicht sauber genug war. Genau diese verpassten oder abgebrochenen Setups fehlen in den meisten manuellen Tagebüchern komplett.
Was macht der Flow-Modus im Alltag?
Der Flow-Modus erfasst automatisch das zuletzt gezeichnete Position-Tool, ohne dass du extra bestätigen musst. Wenn du in einer schnellen Session mehrere Setups hintereinander ziehst, musst du nicht jedes Mal aktiv „Speichern“ klicken – du zeichnest, du klickst das Ergebnis, weiter geht's. Das spart genau die Sekunden, in denen sonst der nächste Einstieg verpasst wird.
Und weil nichts mit deinem Broker-Konto verknüpft ist, funktioniert das unabhängig davon, über welchen Broker oder welche Prop-Firm du handelst. Es gibt nichts zu verbinden, keine Zugangsdaten hinterlegen – die Erfassung hängt allein am Chart in TradingView.
Was landet danach im Tagebuch auf app.rezifx.com?
Sobald der Trade erfasst ist, arbeitet die Auswertung im Hintergrund weiter. Aus den gesammelten Daten berechnet das Tagebuch:
- Trefferquote, durchschnittliches CRV, Gesamt-PnL und Profitfaktor
- bester und schlechtester Trade, Drawdown-Verlauf
- Auswertung nach Session, damit du siehst, wann deine Setups tatsächlich funktionieren
- Reports zum Rückblick über Wochen oder Monate
- eine KI-gestützte Trade-Analyse und einen KI-Assistenten auf Basis von Google Gemini
- fünf Rechner: Positionsgröße, Kelly, Drawdown, Serien (Streaks) und Equity/Monte-Carlo
- CSV/Excel-Export inklusive Screenshot-Links sowie ein Google Sheets-Live-Feed
Wichtig: Ein Tagebuch macht dich nicht automatisch profitabel. Es zeigt dir, was du bisher getan hast – ehrlich, ohne Lücken. Was du aus dieser Datenlage machst, bleibt deine Entscheidung.
Wie installierst du die Erfassung?
Die Erweiterung „ReziFX Trade Capture“ ist im Chrome Web Store verfügbar. Alternativ kannst du das Paket manuell über die Download-Seite installieren, falls du einen anderen Chromium-Browser nutzt. Für die Anmeldung im Tagebuch selbst reichen zunächst E-Mail und Passwort; Zahlungsdaten trägst du erst ein, wenn du auf einen kostenpflichtigen Plan upgradest.
Die Pläne: Free als Testplan, Starter für 8,99 €/Monat, Pro für 19,99 €/Monat (empfohlen) und Elite für 49,99 €/Monat. Details zu den jeweiligen Limits findest du auf der Preisseite.
Häufige Fragen zur Trade-Dokumentation mit TradingView
Kann ich Trades direkt aus TradingView exportieren?
Nein, nicht strukturiert. TradingView lässt dich Chart-Screenshots teilen und Ideen veröffentlichen, aber es gibt keine native Funktion, die Entry, Stop, Ziel und Ergebnis als Tagebuch-Datensatz speichert. Für eine echte Auswertung brauchst du ein separates Tool, das diese Werte erfasst.
Muss ich mein Broker-Konto verbinden, damit ReziFX Trades erfasst?
Nein. Die Erfassung passiert am Chart, nicht beim Broker. Du zeichnest dein Long- oder Short-Position-Tool auf tradingview.com, klickst Won, Lost, Open oder Skip, und die Werte landen im Tagebuch. Es gibt nichts zu verbinden und keine Zugangsdaten einzugeben.
Was ist der Unterschied zwischen einem Screenshot und einem dokumentierten Trade?
Ein Screenshot zeigt, wie der Chart aussah. Ein dokumentierter Trade enthält zusätzlich strukturierte Werte – Entry, Stop-Loss, Take-Profit, Chance-Risiko-Verhältnis, Positionsgröße und Ergebnis – aus denen sich Kennzahlen wie Trefferquote oder Erwartungswert berechnen lassen. Nur Letzteres ist ein Tagebuch.
Was ist der Flow-Modus bei ReziFX?
Der Flow-Modus erfasst automatisch das zuletzt gezeichnete Position-Tool, ohne dass du extra bestätigen musst. Du zeichnest dein Setup, klickst das Ergebnis in der ReziFX-Leiste, fertig – ohne zusätzliche Klicks oder Formulare.
Werden auch nur geplante, nicht ausgeführte Trades erfasst?
Ja, genau das ist der Punkt. Erfasst wird, wenn der Trade geplant ist – also sobald du das Position-Tool auf dem Chart gezeichnet hast. Ob er dann ausgeführt, übersprungen oder noch offen ist, hältst du über Won, Lost, Open oder Skip fest.
Wenn du bisher mit reinen Screenshots und einer Excel-Tabelle gearbeitet hast, lohnt sich auch ein Blick auf unseren Beitrag zum Trading-Tagebuch führen oder auf die Grundlagen im Artikel Trading Journal auf Deutsch. Wer international recherchiert, findet zusätzlichen Hintergrund im Beitrag Does TradingView have a trade journal? oder im TradingView-Screenshot-Workflow-Artikel.